2 Fachgruppe Fremdsprachen: stufenübergreifend

Stufe
1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus
1 (KG) 2 (KG) 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Sprache(n) Französisch und Englisch, übertragbar auf Deutsch
Autorin Daniela Kappler

Wie lassen sich Lehrpersonen zusammenbringen, die drei Schulstufen und die universitäre Stufe vertreten, das heisst 20 Jahre Fremdsprachenunterricht eines Lernenden begleiten? Indem eine Fachgruppe für Sprachen gegründet wird. 2012 wurde in Zug die kantonale Fachgruppe «Fremdsprachen» gebildet, die sich zum Ziel setzte, sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit folgenden Themen auseinanderzusetzen: Informationsaustausch zwischen den Schulen, Lehrpersonen und Institutionen, Stufenübertritt, Einsatz von Lehrmitteln und Beurteilungsinstrumenten, Aufbau von Netzwerken, Aus- und Weiterbildung, Untersuchungen und Empfehlungen.

Die Gruppe befasst sich insbesondere mit «sensiblen» Themen und ist darauf bedacht, konkrete Lösungen zu suchen. Vier Mal im Jahr trifft sich die Gruppe für einen Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Sie setzt sich aus Lehrpersonen zusammen, die durch eine Umfrage in den Schulen des Kantons für die Fachgruppe ausgewählt wurden: zwei Lehrpersonen der Primarstufe, zwei der Sekundarstufe I und zwei der Sekundarstufe II (pro Schulstufe je eine Lehrperson für Englisch und eine für Französisch) sowie einem Heilpädagogen und einer Englischdidaktik-Dozentin der pädagogischen Hochschule Zug (PHZG). Interessanterweise repräsentiert die Zusammensetzung der Gruppe einen gesamten Unterrichtszyklus, denn an der pädagogischen Hochschule werden Studierende ausgebildet, welche die Sekundarstufe II abgeschlossen haben und sich für die Primarstufe oder den Kindergarten ausbilden.

Ein «sensibles» Thema: die Beurteilung der Lernenden

Ausgehend von der nicht sehr kohärenten Praxis, welche die Fachgruppe an ihren Schulen beobachtet hat, haben die Gruppenmitglieder eine bestimmte Anzahl von Desiderata ermittelt. Wortschatz-Tests sind beispielsweise in einigen Schulen ganz verboten, während sie in anderen Schulen die einzige Beurteilungsart sind (zum Thema, siehe Kapitel Von der Beurteilung zur Bewertung. In gewissen Schulen mit erweiterten Anforderungen werden die mündlichen Kompetenzen gar nicht beurteilt. Diese Unterschiede in der Praxis erschweren den Stufenübertritt. Um solchen Diskrepanzen entgegenzuwirken, veröffentlicht die Gruppe ihre eigenen Arbeiten sowie die Arbeiten von Dritten auf einer frei zugänglichen Website.

Auf dieser Website werden zunächst Transversalthemen präsentiert, die für beide Fremdsprachen (Französisch und Englisch) relevant sind. Im Anschluss werden sprachspezifische Themen behandelt. Die Schulen werden anhand eines Newsletters auf Neuerscheinungen auf der Website aufmerksam gemacht. Mit dieser Strategie sollen innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Lehrpersonen und Schulen erreicht und informiert werden, insbesondere diejenigen, die beabsichtigen, Besuche oder Austauschtreffen zwischen Lehrpersonen verschiedener Schulstufen einzuführen oder zu fördern (mit anregenden Hinweisen, BKZ, 2012, 46). Die Gruppe bietet Tipps und Materialien für didaktische Aktivitäten oder für die Kompetenzbeurteilung in der Primarschule. Diese Materialien sind zweifellos auch für die Lehrpersonen der Sekundarstufe I von Nutzen, die sich ein Bild vom Vorwissen ihrer neuen Schülerinnen und Schüler machen möchten.

Die Gruppe erachtet es als sehr wichtig, bei den Lehrpersonen der Sekundarstufe I das Bewusstsein für die (Vor-) Kenntnisse und Kompetenzen zu fördern, welche die Schülerinnen und Schüler Ende Primarstufe (theoretisch) mitbringen. Und mit Befriedigung wurde festgestellt, dass die Lehrpersonen der Sekundarstufe nun wissen, mit welchen Kompetenzen (Kenntnisse, Handlungen, Haltungen) die Schülerinnen und Schüler die neue Schulstufe antreten.

In den Lehrplänen und Lehrmitteln

Das Dokument «Kohärenz Primarstufe – Sekundarstufe 1 im Fachbereich Englisch» (BKZ, 2012) befasst sich mit den wesentlichen Punkten zur Problematik des Stufenübertritts. Es stellt ein hilfreiches Instrument für die Lehrpersonen der Sekundarstufe I dar, da es ihnen ermöglicht, das Englisch-Niveau der neuen Schülerinnen und Schüler zu ermitteln: Es bietet insbesondere eine detaillierte Analyse des behandelten Stoffs, der Ziele, der aktivierten Kompetenzen, der Strukturen, Strategien und Inhalte in den Lehrmitteln der Primarschulen und der Schulen der Sekundarstufe I (von Messages 1, Young World 1–4, Explorers 1–3 bis zu New Inspirations 2 und den Sequenzen für beide Anforderungsniveaus auf der Sekundarstufe I). Für Französisch scheint diese Analyse nicht notwendig zu sein, da die Methoden Envol und Dis donc! (wie Alex e Zoé) so konzipiert sind, dass sie von der Primarstufe bis zum Ende der Sekundarstufe I angewendet werden können.

Auf Schulebene

Im Kanton Zug erfolgen die Kontakte zwischen den Lehrpersonen der Primarstufe und der Sekundarstufe I in vielen Gemeinden im Rahmen von Besprechungen für den Stufenübertritt (vor und nach den Übertritt). Auf der Sekundarstufe mit erweiterten Anforderungen finden «nur» nach Beginn des neuen Schuljahres Besprechungen statt, um die allgemeine Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler und/oder ihre Fortschritte in den verschiedenen Fächern zu erfassen. Eine systematische Vorgabe in Bezug auf eine langfristige Zusammenarbeit nach den anfänglichen Treffen und Besuchen existiert noch nicht, obwohl dies vor allem von den Schulen der Sekundarstufe mit mittleren/erweiterten Anforderungen (Kantonsschule) gewünscht wird. Insgesamt hat sich das Modell 5/7 im Kanton etabliert und die Lehrpersonen halten sich an die Methodik der Lehrmittel oder des Lehrplans 21, die diesen Geist und Ansatz widerspiegeln.

Die bibliographischen Angaben finden Sie im Dokument «Was sagt die Forschung dazu».

Downloads zum Beispiel

Die Fachgruppe Fremdsprachen: Kontinuität dank einer stufenübergreifenden Gruppe zur Erleichterung des Stufenübertritts (pdf)
Was sagt die Forschung dazu (pdf)

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 31.10.2017

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