4 Eine mehrsprachige Reise

Stufe
1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus
1 (KG) 2 (KG) 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Sprache(n) Französisch, Deutsch, Englisch
Autor Brigitte Gerber, basierend auf dem Material von M. Lupi, S. Grassi und E. Bernasconi

Drei Sprachenlehrpersonen im Tessin (Französisch, Deutsch, Englisch) haben festgestellt, dass ihre Schülerinnen und Schülern beim Sprachenlernen bestimmte Schwierigkeiten haben. Deshalb beschlossen sie zusammenzuarbeiten, um den Lernenden zu helfen, ihre Kenntnisse über die Beziehungen zwischen den Sprachen sowie ihre Kommunikations- und Lernstrategien auszubauen.

Das von ihnen erarbeitete Material bezieht sich auf eine Reise durch Europa und auf Figuren, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler identifizieren können. Die zu lösenden Aufgaben ergeben sich aus diesem realistischen Kommunikationskontext. Das Lernen der drei Sprachen ist so aufgebaut, dass Wissensbeiträge und Spiele die Verbindungen zwischen den Sprachen aufzeigen. Neben Arbeitssequenzen, in denen mit nur einer Sprache gearbeitet wird und die Lernenden aufgefordert werden, sich ausschliesslich in dieser Sprache auszudrücken, gibt es auch Arbeitssequenzen, in denen sie sich in jener Sprache äussern können, die sie für die Kommunikation bevorzugen.

Je nach angestrebtem Arbeitstyp befinden sich zwei oder drei Lehrpersonen im Klassenzimmer. Jede drückt sich in der Sprache aus, die sie unterrichtet. Der Auszug in der Beilage bietet ein Beispiel für ein Spiel zu den Beziehungen zwischen den Sprachen und für eine Aufgabe auf Niederländisch im Zusammenhang mit der Europareise. Durch das Heranziehen einer Sprache, die nicht an der Schule unterrichtet wird, lassen sich die Strategien, die für die Durchführung der Aufgabe eingesetzt werden, aus Distanz besser betrachten. Zudem kann damit das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden.

Unsicherheit abbauen und ermutigen

Wir haben festgestellt, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Sprachen voneinander getrennt gelernt haben, weil sie die anderen Sprachen und ihre Herkunftssprache als Hindernis betrachten und Angst haben, sie durcheinanderzubringen. Sie befürchten, Fehler zu machen, getrauen sich nicht, sich zu äussern, und erkennen nicht, was die Sprachen miteinander verbindet und was das Lernen vereinfacht. Wir wollten diese Fragen konstruktiver und mit grösserer Wertschätzung angehen. Deshalb helfen wir den Schülerinnen und Schülern, sich auf die bereits vorhandenen Kompetenzen zu stützen, und ermuntern sie, miteinander zu kommunizieren.

Erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich ohne Angst in ihrer bevorzugten Sprache zu äussern, sind sie motiviert und beteiligen sich vermehrt. Im Auszug dieser Sequenz spielen die Schülerinnen und Schüler zunächst ein Gesellschaftsspiel (Anhang, S. 22), das sich auf Kenntnisse über die Sprachen bezieht.

Dieses Spiel lässt sich abwandeln, indem die Wörter auf Karten geschrieben werden. Dabei wird mit den Ähnlichkeiten gearbeitet, die zwischen den Sprachen bestehen: Deshalb kommt es manchmal zu Verwechslungen, aber grundsätzlich sind diese Ähnlichkeiten hilfreich, um das Verständnis zu fördern. So lässt sich zum Beispiel ein niederländisches Formular (Anhang, S. 24) ausfüllen, um sich für einen Wettkampf anzumelden (S. 24), selbst wenn man diese Sprache nicht beherrscht. Für dieses Formular haben unsere Schülerinnen und Schüler die deutsche, französische und englische Sprache sowie ihre Kenntnisse über diese Art von Dokumenten eingesetzt. Sie waren stolz, dass ihnen das Ausfüllen gelungen war, und wir besprachen anschliessend gemeinsam, wie sie vorgegangen waren. Die Sprachen, die in der Schule gelernt werden, erhalten hier eine andere Dimension; sie helfen, wiederum in anderen Sprachen zu kommunizieren und weiterzulernen.

Das Material, das Marco Lupi, Sabrina Grassi und Esther Bernasconi erarbeitet haben (Manuale Plurilingue und 4 Gesellschaftsspiele) ist verfügbar auf der Website.

Auf Schulebene

Die Schulleitung der Scuola media in Stabio hat das Projekt unterstützt und die Stundenpläne dieser drei Lehrpersonen so angepasst, dass sich einige ihrer Lektionen bei der gleichen Schülergruppe überschneiden.

Die bibliographischen Angaben finden Sie im Dokument «Was sagt die Forschung dazu».

Downloads zum Beispiel

Eine mehrsprachige Reise (pdf, mit Anhang)
Anhang (pdf)
Was sagt die Forschung dazu (pdf)

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 31.10.2017

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