3 Angebote für Austausch und Sprachkontakt

Stufe
1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus
1 (KG) 2 (KG) 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Sprache(n) Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, ....
Autorin Mirjam Egli Cuenat

Nationale Austauschagentur

Movetia ist die Schweizer Agentur für Austausch und Mobilität. Sie wird getragen von der Schweizerischen Stiftung für die Förderung von Austausch und Mobilität (SFAM). Movetia vermittelt Kontakte und Informationen rund um Austausch und Mobilität. Sie ist für die Abwicklung der Austausch- und Mobilitätsprogramme im In- und mit dem Ausland zuständig und vermittelt schweiz-, europa- und sogar weltweit Kontakte zu Partnerschulen.

Unkompliziert: Schweizer Förderprogramm Klassenaustausch

Mit dem Förderprogramm Klassenaustausch unterstützt Movetia die Organisation von Klassenaustauschprojekte zwischen den Schweizer Sprachregionen auf unkomplizierte Weise. Dabei sollen sich mindestens zwei Klassen mindestens an zwei Tagen gegenseitig besuchen oder an einem Drittort begegnen. Die Austauschprojekte dürfen mehrere Begegnungen während des Schuljahrs umfassen (Kurze Begegnungen, Klassenlager, Halbklassenaustausch, Rotationsaustausch usw.). Movetia bietet finanzielle Unterstützung für Reise- sowie Übernachtungskosten und hilft bei der Partnersuche. Auf der Website finden sich Tipps für die Organisation und Ideen für Aktivitäten. Das Angebot steht Schulen der Primarstufe sowie der Sekundarstufe I und II offen.

Unterstützung für Austauchprojekte: Kantonale Anlaufstellen

Alle Schweizer Kantone haben Anlaufstellen für schulischen Austausch. Es stehen Kontaktpersonen zur Verfügung, die Sie als Lehrpersonen und Ihre Schule bei der Organisation von Austauschprojekten unterstützen. Die Liste der kantonalen Ansprechpersonen findet sich auf der Website von Movetia. Dort finden Sie auch Übersichten zu den Austauschangeboten der Kantone für alle Schulstufen sowie zum Austausch von Lehrpersonen.

Beispiel für kantonale Unterstützungsangebote: Basel-Stadt

Ein besonders reichhaltiges Angebot für ausserschulischen Sprachkontakt und Austausch auf der obligatorischen Volkschule bietet der Kanton Basel-Stadt an. Dieses wird hier als Praxisbeispiel kurz vorgestellt – vielleicht macht dies Lust, sich über die Angebote in Ihrem eigenen Kanton zu informieren und davon Gebrauch zu machen.

In Basel-Stadt wird Französisch als erste Fremdsprache ab dem 5. Jahr der obligatorischen Schule und Englisch als 2. Fremdsprache ab dem 7. Jahr unterrichtet. Für die Primarstufe stehen zahlreiche Angebote in französischer oder englischer Sprache zur vertieften Auseinandersetzung mit der anderen Sprache und Kultur offen. Dazu gehört zum Beispiel die Sprachbegegnung mit frankophonen oder anglophonen SeniorInnen, die die Klassen mehrmals besuchen, Geschichten erzählen und weitere Aktivitäten anbieten. Dazu gehören auch halbtägige Sprachateliers im Elsass, in der Suisse romande oder auch in Basel zu verschiedenen Themen wie Musik, Zirkus, Kunst oder Natur. Die Austauschverantwortliche des Kantons organisiert jährliche Treffen zwischen Basler und Elsässer Lehrpersonen, bei denen Partner gefunden und individuelle Austauschprojekte über die Sprach- und Landesgrenze hinweg organisiert werden können. Für die älteren Primar- sowie die SekundarschülerInnen gibt es ebenfalls ein sehr reichhaltiges Angebot: Schulklassen können während zwei Tagen in das Leben auf einem Bauernhof im Jura eintauchen oder einen rollenden Austausch mit einer welschen Schulkasse machen; interessierte Lernende können a Week-end at Longbridge verbringen – ein zweitägiges Englisch-Immersionsangebot in der «Villa Jugend» in Aarburg. Klassenaustausche werden organisatorisch unterstützt und motivierte SchülerInnen können flexibel zwei- oder mehrwöchige Einzelaustausche absolvieren oder sogar ein ganzes Austauschjahr im Kanton Fribourg verbringen.

Austauschangebote des Kantons Basel-Stadt

Brigitta Kaufmann, kantonale Austauschverantwortliche und Fachexpertin für Fremdsprachenprojekte, betreut diese Angebote seit vielen Jahren und berichtet im Gespräch: Auf der Primarstufe werden die thematischen Ateliers sehr gern in Anspruch genommen, denn sie sind leicht zu organisieren [...]. Auf der Sekundarstufe I nutzen dann viele Schülerinnen und Schüler das französische «Sprachbad», bei dem sie während zweier Wochen den Unterricht in einer Klasse im benachbarten Elsass besuchen. Umgekehrt besuchen auch die französischen Schülerinnen und Schüler die Schule in Basel. Der Klassenaustausch nimmt die unterschiedlichsten Formen an. Meist beginnt es mit einem Brief- oder E-Mail-Austausch; dann wird ein Treffen organisiert, weil sich das auch die Kinder wünschen: das kann ein gegenseitiger Schulbesuch oder eine Begegnung an einem Drittort sein. Auf der educomm-Seite des Basler Bildungsservers gibt es viele Anregungen dazu (z.B. Kennenlernspiele, Rallyes, zweisprachiges Themenvokabular), die leicht auch auf andere Kontexte übertragen werden können. Der Schüleraustausch ist noch stark ausbaufähig. Viele Schulleitungen wünschen sich derzeit eher Partnerschaften zwischen Klassen und Lehrpersonen als Schulpartnerschaften, weil sie auch den administrativen Aufwand im Auge haben. Ich empfehle, klein anzufangen, mit wenig Lernenden, und auf funktionierenden Kontakten zwischen Lehrpersonen kontinuierlich eine langfristige Beziehung zwischen Schulen aufzubauen.

Die bibliographischen Angaben finden Sie im Dokument «Was sagt die Forschung dazu».

Downloads zum Beispiel

Austauschangebote und AnsprechpartnerInnen für Austausch und Sprachkontakt auf nationaler und kantonaler Ebene (pdf)
Was sagt die Forschung dazu (pdf)

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 31.10.2017

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