2 AlpConnectar: digital gestützter Austausch

Stufe
1. Zyklus 2. Zyklus 3. Zyklus
1 (KG) 2 (KG) 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Sprache(n) Französisch, Deutsch und Italienisch
Autorin Mirjam Egli Cuenat

Neue Technologien für den Sprachaustausch

AlpConnectar ist ein Projekt, das den Austausch zwischen Schulkassen aus drei Sprachregionen via Videokonferenz, Cloud-Dateiaustausch und e-mail-Kontakt fördert. Das Ziel von AlpConnectar besteht darin, den Schülerinnen und Schülern der Alpenkantone Graubünden, Wallis und Tessin authentische Kommunikationsmöglichkeiten in ihrer schulischen Zweitsprache zu bieten. Sie bauen über längere Zeit eine Beziehung auf und behandeln in Form von Projektarbeit gezielt gemeinsam ausgewählte Themen. Im Projekt, das im Schuljahr 2014-2015 angelaufen ist, nehmen bis jetzt sieben Primarschulklassen teil, aufgeteilt in drei Austauschnetze: Zum Beispiel unterstützt die Klasse aus Sonvico TI (Schulsprache Italienisch) die SchülerInnen aus Scharans GR (Fremdsprache Italienisch), welche ihrerseits der Schule aus Monthey VS (Schulsprache Französisch) beim Deutschlernen zur Seite stehen. Die Schülerinnen und Schüler aus Monthey schliesslich wirken als Experten gegenüber der Klasse aus Sonvico (Fremdsprache Französisch). Im bilateralen Modell pflegen Klassen aus Felsberg und Poschiavo (GR) einen innerkantonalen Austausch auf Deutsch und Italienisch und die Klassen aus Flanthey und Naters (VS) auf Deutsch und Französisch.

Ablauf des Austauschs

  • 1. Phase: Einstieg

    Die Klassen arbeiten mit kleineren Unterrichtssequenzen – z.B. «Essen und Kochen», wo die Kinder über ihre Essgewohnheiten berichten; Videoaufnahmen der individuellen Präsentationen werden über die gemeinsame Web-Plattform ausgetauscht. Die technischen Einrichtungen werden ausprobiert, einerseits durch das Auf- und Herunterladen der Filmaufnahmen, andererseits durch eine Videokonferenz zwischen den Schulklassen.

  • 2. Phase: Gemeinsames Arbeiten an einem Thema

    Die Partnerklassen arbeiten an umfassenderen fachübergreifenden Einheiten – z.B. «Die Rückkehr des Wolfes und des Bären in unseren Bergen». Das Material wird für den Austausch bereitgestellt; die Lernenden stellen sich die Arbeitsergebnisse mit Hilfe der technischen Möglichkeiten gegenseitig vor (E-Mail; Videoaufnahmen; Videokonferenz).

  • 3. Phase: Physisches Treffen

    Die zwei bzw. drei Partnerklassen treffen sich während drei Tagen in einem Lagerhaus und tauschen sich im Rahmen vielfältiger Aktivitäten aus.

Bericht aus der Praxis: Chancen und Herausforderungen

Einer der drei Projektleiter von AlpConnectar, Luca Botturi von der SUPSI Ticino berichtet: Die technischen Rahmenbedingungen – schnelle Internetverbindung, genügende Anzahl Tablets oder Computer – müssen stimmen. Was mich am Projekt überzeugt, ist die Begeisterung der Lehrpersonen, die intensiv und unkompliziert über die Sprachregionen hinweg zusammenarbeiten. Die Kinder können bereits auf der Primarstufe über eine längere Zeit in einer authentischen Situation mündlich in einer Fremdsprache mit Gleichaltrigen kommunizieren. Sie erleben eine positive und zielgerichtete Nutzung von ICT beim Sprachenlernen. Eine Herausforderung ist es, im Schulalltag Themen und Aktivitäten zu finden, die für alle Partner des Austauschs ins Programm passen. Auch muss dafür gesorgt werden, dass schwächere Lernende eine gezielte Unterstützung erhalten, um möglicherweise in gleichem Masse vom Austausch zu profitieren wie die leistungsstärkeren SchülerInnen. Wie die Auswertungen der ersten Projektphase gezeigt haben, sagt die Mehrheit der beteiligten Schülerinnen und Schüler, dass sie beim Fremdsprachen Lernen Fortschritte gemacht haben. Die Motivation ist allgemein hoch, doch zeigen sich grosse Unterschiede, auch von Klasse zu Klasse: Es gibt Lernende, die begeistert sind; andere geben an, manchmal Schwierigkeiten und Momente der Überforderung erlebt zu haben. Auch bei dieser Art von Austausch gilt es, realistische Erwartungen an den schulischen Fremdsprachenerwerb zu stellen.

Auf Schulebene

AlpConnectar beruht auf einem Abkommen zwischen den Pädagogischen Hochschulen der Kantone Wallis, Tessin und Graubünden und einem Privatanbieter, die den schnellen Anschluss der Schulen ans Netz und die Tablets gesponsert hat und die Sicherheit der Daten (z.B. in Bezug auf geschützte SchülerInnendaten) gewährleistet. Die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für den virtuellen Austausch werden durch die Projektleitung geschaffen, die auch die Treffen und Austausche mit den Lehrpersonen organisiert. Diese erhalten eine Einführung, einen Leitfaden für die Durchführung sowie Ideen für die Sequenzen der Anfangsphasen. Danach arbeiten die Lehrpersonen autonom miteinander zusammen, insbesondere für die Organisation des physischen Austausches in der dritten Phase. Für alle Phasen wichtig ist die Unterstützung der Projektarbeit durch die Schulleitung.

Auf der Website steht auch eine Videodokumentation über AlpConnectar von mySchool zur Verfügung, zusammen mit anderen Videodokumenten. AlpConnectar wurde auch in den Zeitschiften Babylonia (3/2016) und Résonances 9/2015 vorgestellt.

Die bibliographischen Angaben finden Sie im Dokument «Was sagt die Forschung dazu».

Downloads zum Beispiel

Digital gestützter Austausch auf der Primarstufe – das Projekt AlpConnectar (pdf)
Was sagt die Forschung dazu (pdf)

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.05.2018

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